Predigtreihe

Mit Markus verabredet
In den 40 Tagen von Aschermittwoch bis Ostersonntag wollen wir
uns einmal am Tag mit Markus verabreden. Wir können ihn und
seine Geschichten kennenlernen und uns darin wiederfinden.

Der Evangelist Markus hat das älteste und kürzeste Evangelium
im Neuen Testament verfasst und berichtet uns die Geschichte
von Jesus von seiner Taufe bis zur Auferstehung. Wir können
mitfiebern bei spannenden Beziehungsdramen, spektakulären
Krankenheilungen und ganz unglaublichen Worten über das neue
Reich Gottes.

Das Besondere an unserer Verabredung ist das Begleitheft für
diese 40 Tage, in denen Sie Andachten für jeden Tag finden.
Menschen aus unserer Gemeinde haben ihre Gedanken aufge-
schrieben und weitergegeben. Ein großer Schatz, auch für das
Gespräch miteinander.

So soll uns in den kommenden Wochen in der Passionszeit 2013
das Markusevangelium miteinander verbinden, und zu Gespräch
und Betrachtung einladen und unseren Glauben und unsere
Gemeinschaft stärken.

Gottesdienste

Natürlich werden auch die Gottesdienste in diesen Wochen zu ausgewählten Texten geben:

Gottesdienstthemen

Sonntag, 17.Februar

Sonntag,24. Februar

Sonntag, 03. März

Sonntag, 10. März

Sonntag, 17. März

Sonntag, 24. März

Karfreitag, 29. März

Ostersonntag, 31. März

Die Predigten finden Sie unter dem Menüpunkt "Predigten" auch als MP3 File zum herunterladen.

Gesprächsgruppen

Während der Woche werden drei Gesprächsgruppen die Gedanken aus dem Gottesdienst aufnehmen und es gibt Zeit und Gelegenheit, sich auszutauschen und weiterzudenken.
Bitte am Sonntag nach dem Gottesdienst auf den aushängenden Listen eintragen, wer kommt oder anrufen!
Gedanken zu den Andachten oder aus den Gesprächsgruppen und Gottesdiensten können an den „Feigenbaum“ im Foyer gehängt werden. Vielleicht bringen wir ihn ja zum Blühen!
Wir beenden unser Gemeindeseminar mit dem Festgottesdienst an Ostern und einem gemeinsamen Brunch nach dem Gottesdienst.
Wenn Dinge unklar sind, rufen Sie an unter 0791-6397 (Pastorat, Am Säumarkt 8/1, 74523 Schwäbisch Hall)

Liebe Grüße und ein gesegnetes Miteinander wünscht
Ute Armbruster-Stephan (Pastorin) und der Leitungskreis.

Eine kurze Einführung in das Markusevangelium

1. Charakterisierung

Markus ist der schlichte Zeuge. Er sagt, was er über Jesus weiß, ohne viele Schnörkel. Sein Evangelium ist deutlich kürzer als die drei anderen. Ein Ausleger hat das Markusevangelium als „Passionsgeschichte mit ausführlicher Einleitung“ bezeichnet. Das ist treffend, denn bei insgesamt sechzehn Kapiteln, konzentrieren sich die letzten sechs Kapitel auf die entscheidenden Tage in Jerusalem. Aber auch die Kapitel vorher zielen in vieler Hinsicht bereits auf den Leidensweg ab. William Barclay, ein bekannter Bibelübersetzer, nennt das Mk. „Das wichtigste Buch der Welt“, weil es der erste schriftliche Bericht über das Leben Jesu und seine Sendung ist. Es ist ein Bericht darüber, wer er war und was er tat.

2. Aufbau und Stil

Markus hat einen ganz eigenen Schreibstil. Kurze Sätze, eingängige Formulierungen, aktive Verben, zügiges Erzählweise, lebendige Details (Jesus nimmt Kinder auf den Arm). Thematische Zusammenstellungen schon bekannter Geschichten aus der mündlichen Überlieferung (eher Chronist als Urheber der Texte). Keine zeitliche Chronologie, thematisch gruppiert. Vorbereitung, Ausrufung, schrittweise Erfüllung seiner Sendung. Wirken beginnt im Norden in Galiläa und bewegt sich dann südlich nach Jerusalem, wo er stirbt. Das Bekenntnis des Petrus in 8,29 „Du bist der Christus“ ist die Mitte des Evangeliums und offenbar auch die Schlüsselstelle für den Aufbau:
  • 1,1   -  8,26  Das Wirken Jesu – aber er will noch unerkannt bleiben
  • 8,27 - 10,52 Die Offenbarung Jesu – aber er kündigt sein Leiden an
  • 11,1 - 16,8   Das Leiden Jesu – aber gerade hier zeigt er sich als Gottes Sohn

3. Besonderheiten des Evangeliums

Keine Geburts- und Kindheitsgeschichte. Bei Markus gibt es auch keine Bergpredigt. Es wird im ersten Satz schon klar gestellt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, aber es umhüllt ihn auch ein Geheimnis:
  • a) Seine Jünger verstehen ihn oft nicht.
  • b) Er will selbst immer wieder unerkannt bleiben.
  • c) Die Gleichnisse sollen nach Mk. 4,12 die Botschaft verbergen, statt sie zu veranschaulichen.
In der theologischen Literatur ist deshalb vom so genannten „Messiasgeheimnis“ bei Markus die Rede. Will Markus damit deutlich machen, dass erst im Leiden am Kreuz sichtbar wird, wer Jesus wirklich ist? Unterm Kreuz formuliert der römische Hauptmann das zentrale Bekenntnis des Markusevangeliums „Dieser war wirklich Gottes Sohn gewesen.“ (Mk. 15,39)
Von 17 Wundererzählungen sind 13 Dämonenaustreibungen. Jesus ist der Stärkere im Kampf der Mächte.Die Texte des Markus finden wir zum großen Teil auch in den Evangelien von Lukas und Matthäus bis auf 24 Verse. Von den 105 Abschnitten des Markus finden sich bis auf vier alle auch bei Matt. Und Lk. Vermutlich haben beide benutzt, was Mk. geschrieben hat (Synoptiker). Quelle Q, Sondergut, Verweisstellen.

4. Zur Entstehung des Markusevangeliums

Die Annahme, dass es sich bei dem Markusevangelium um das älteste Evangelium handelt (ca. 70 n.Chr.), ist nicht unbestritten, aber wahrscheinlich. Ob der in Apostelgeschichte 12,12 erwähnte Paulusbegleiter Johannes Markus tatsächlich der Verfasser ist – wie es lange angenommen wurde – ist eine offene Frage. Teilweise wird angenommen, dass Markus mit seinem Evangelium auch die Absicht verfolgt gegenüber der römischen Gesellschaft eine Jesusdarstellung zu geben, die belegt, dass Jesus unschuldig gekreuzigt wurde.

5. „Leistung“ des Evangelisten

Markus scheint der Erste gewesen zu sein, der konsequent versucht hat, die Fülle des Materials über Jesus in einen geschlossenen Zusammenhang zu stellen. Indem er sein Werk (Mk. 1,1) überschreibt mit „Evangelium von Jesus Christus“ hat er die literarische Gattung „Evangelium“ geschaffen.